Weinernte 2017

Ernte 2017

Trockenheit in Europa, in Österreich aber ausgezeichnete Qualitäten und überdurchschnittliche Erntemengen

Katastrophale Wetterkapriolen Ende April in weiten Teilen Europas, Hagel und extreme Trockenheit machten das Jahr 2017 für viele Winzer und auch Obstbauern zu einem Schreckensjahr. Europas Weinwelt stöhnte im Angesicht dieser Umstände über erhebliche Mindermengen. Auch in Kalifornien, Chile und Portugal waren die Voraussetzungen schlecht, hier wüteten verheerende Feuersbrünste. Das Resultat ist eine historisch tiefe Ernte. Wird Wein zur Mangelware?  

Mit Italien, Frankreich und Spanien verzeichneten erstmals alle drei großen Weinländer Europas gemeinsam massive Ernteausfälle von 20 bis 30 Prozent. Der Weinmarkt im Großgebinde hat bereits reagiert, Preissteigerungen bis zu 100 % sind das Resultat. Auch bei den Still- und Schaumweinen in Bouteillen Qualität zogen die Preise extrem an. Durch die aktuell geringeren Mengen am Markt wird sich der Käufer- zu einem Verkäufermarkt wandeln: Aufgrund der großen Ernteeinbußen mussten sich etliche Winzer Wein in anderen, nicht so vom Ernteausfall beeinträchtigten Gegenden besorgen und erzeugten Weine, die nun unter neuem Namen und Ursprungsbezeichnungen auf den Markt kommen, um das Jahr einigermaßen erfolgreich zu überbrücken. 

Doch eines ist klar: Vor allem die kleinen Qualitätsbetriebe in Europa, die unsere Weinkultur so prägen, sind dringend auf eine qualitativ und quantitativ gute Ernte 2018 angewiesen. 

Die Ernte 2017 im Detail:

Österreich:
Im Gegensatz zu fast allen europäischen Ländern besitzt Österreich mit dem Jahrgang 2017 eine ebenso große, wie auch erstklassige Ernte im Keller. Man spricht von perfekt reifen Trauben, guten aber reifen Säurewerten und einer feinen Balance in den Weinen. Nach dem Besuch bei all unseren Winzern, waren wir regelrecht begeistert von der Fruchtklarheit, Finesse im Ansatz und der feinen Klinge der leichteren Qualitäten. Sowohl die pikant bis reifen Weißweintypen, als auch die vollmundigen Rotweine aus südlicheren Regionen werden von den Winzern euphorisch präsentiert. Man darf sich hier einen großen Jahrgang erwarten!

Italien:
Bei sehr geringen Erntemengen in der Toskana, Piemont und im Veneto, darf sich der Italien-Weinfreund auf gute bis sehr gute Qualitäten freuen. Allerdings werden die Preise der gefragten Still- und Schaumweine leider wieder ansteigen. Speziell bei den Prosecchi wird sich das widerspiegeln. 

Frankreich:
Bordeaux hat eine historisch tiefe Erntemenge zu verzeichnen, Burgund und die Champagne ebenso. An der Rhone und im Süden sind auch deutliche Ernteeinbußen gemeldet worden, allerdings kam es dadurch zu außergewöhnlich guten Qualitäten, die ihren Preis haben.

Spanien:
Hier das beinahe gewohnte Bild: Besonders geringe Ernten aufgrund von Frost und Hitzeschäden im Rioja/ Navarra, im Ribeira del Duero und Rueda. Sehr geringe Erntemengen auch im politisch gebeutelten Katalonien. Erhebliche Einbußen in der Menge, jedoch sehr hohe Qualitäten!

Deutschland/Schweiz:
Die nördlichen/westlichen Nachbarn, wo eine aufstrebende Winzergeneration drauf und dran ist, den alten Ballast abzuwerfen und zu modernen, zukunftsträchtigen Betrieben zu werden, hatten es besonders schwer. Die Kälte Ende April zerstörte vielerorts einen Hauptteil der Ernte. Überall spricht man von Problemen, neu gewonnen Kunden bedienen zu können. Allerdings mit Weinen, die großes erwarten lassen.

 

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